Montag, 28. Mai 2012

Vom Winde verweht... Wildhorn 28. April 2012

An manchen Tagen scheint das Leben wie verzaubert; nämlich dann, wenn der Drang nach Erlebnis, Schnee und etwas Speziellem wächst und ein scheinbar harmloser Vorschlag Wirklichkeit wird:

Steffi hatte die Idee, am Morgen des 28. April 2012 zum Sonnenaufgang auf einem Gipfel zu stehen. Die Idee klingt verrückt - genau richtig für mich.

Um 23.45 Uhr riss mein Wecker mich nach einer Stunde Schlaf aus den Träumen. Just in diesem Moment habe ich mich ernsthaft über die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens gefragt. Aber mit der Wärme der Decke ist manch schlafender Geist schlecht beraten und so gilt es, sich möglichst rasch und weit von der warmen Decke zu entfernen.
30 min später sass ich im Auto, Ziel Bahnhof Oey-Diemtigen, wo Steffi bereits mit Michael wartete. Kurz das Material ins Auto verfrachtet, dann gings los Richtung Lenk. Um genau 2.22 Uhr begann der nächtliche Spass endgültig und wieder fragte ich mich, ob ich denn wirklich noch zu retten sei. Aber ich wusste genau, was mir bevorstand; spätestens nach den ersten 20 Schritten war mir unmissverständlich klar, dass Steffi und Michael mit ihren schmalen "Renn-Pommes" es ernst meinten, denn sie legten ein Tempo vor, welchem ich mit meinen breiten und geliebten Black Diamond - Latten kaum folgen konnte.
Knapp 700 Höhenmeter zeigte meine Uhr 3.20 Uhr an, was mich angesichts des rasanten Tempos überhaupt nicht erstaunte. Mir war aber klar, dass ich dieses Tempo die nächsten 1000hm nicht halten konnte und so war ich froh, dass die beiden ohne Worte Verständnis für meine alten Knochen aufbrachten und das Tempo ein wenig verlangsamten.
Der Wind war an diesem "Nachtspaziergang" unser ärgster Feind; er hat nicht nur die PDG 2012 in doppelter Form zum Erliegen gebracht, er machte auch uns das Laufen schwer und riss uns teilweise sogar ganz um. Nach hartem Trotzen gegen den Wind erklommen Steffi und Michael vor mir den Gipfel und wollten nach meiner Ankunft auf demselbigen keine weitere Zeit verlieren. Nach einen kurzen Gipfelfoto mit den ersten Sonnenstrahlen gings wieder in die Gegenrichtung. Nun konnte mein BD endlich seine Stärke ausspielen; während Michael regelmässig mit seinen "Pommes" im Schnee versank - der mit abnehmender Höhe von hart bis "pflutterwaich" alles bot - konnte mein BD sich von der besten Seite präsentieren und gleitete und gleitete schön auf der Schneedecke...
Komisch aus der Wäsche schauten all jene, die um 7 oder 8 Uhr ihre Wildhorntour unten begannen und unsere Abfahrt kreuzten... Ein weiterer Grund, so früh loszugehen! Haha, diese langen Gesichter :)

Um 10 Uhr war ich bereits wieder daheim und ging 2h schlafen. Dann wiederholte sich dasselbe Spiel wie um 23.45 Uhr vom Vortag. Mein Rhythmus war völlig durcheinander und auch die Doppellektion Unihockey, die ich am Nachmittag erteilte, sowie der nächtliche Ausgang zum Zn8 in Bern halfen nicht, diesen Rhythmus wieder zu stabilisieren, noch in annähernd wiederzufinden.
Damals wussten wir nicht, dass wir eine ähnliche Nachttour bereits in einigen Tagen zusammen angehen würden...

Danke Steffi und Michael für die heisse Tour aufs Wildhorn! Da ich dermassen mit Laufen beschäftigt war, sind folgende Fotos durch Steffis Zeigefinger entstanden. Danke dir Steffi :)

Fazit: Ich bin nicht mehr 20. Aber auch als Ü30 kann man noch lange solche Aktionen unternehmen.

Michael hatte gut Lachen ...