Montag, 21. Mai 2012

Schreckhorn 4078 müm Juli 2011

Nach einer kurzen Akklimatisationstour über den Westgrat auf den Mönch war unser nächstes Projekt schnell gefunden; Das Schreckhorn musste unserem Trieb nach Bergen und Abenteuern herhalten. Das Schreckhorn ist der bergsteigerisch anspruchsvollste Viertausender in den Berner Alpen und zugleich mit einer Höhe von 4'078 m.ü.m der höchste ganz im Kanton Bern stehende Berg.

Ein langer Zustieg von rund 5h war der Preis, um den sagenumwobenen Schreck-Hans, den ehrwürdigen Hüttenwart der Schreckhorhütte, kennenzulernen. Er meinte es gut mit Danski und mir. So kam es, dass wir frühmorgens um 2 Uhr einen frischen Zopf vorfanden! Gestärkt durch den Zopf und das vorzügliche Müasli zogen wir frohen Mutes los. Nach knapp einer Stunde war die gute Laune und Motivation verflogen, denn wir fanden uns irgendwo im Juhee in lockeren Moränenablagerungen. Nächtliche Flüche hallten durch die Felslandschaft, wichen aber bald wieder der Ruhe der Dunkelheit.

Am Bergsschrund angekommen, trieben wir unsere Eisen an Füssen und Händen ins Eis und stiegen mit viel Freude über die leichte Eiskletterpassage hoch auf den Sattel. Luftig, in einfacher Kletterei stiegen wir immer weiter, bis wir nach dem zweiten "Zahn" die Gipfelregion erreichten.
Die Freude war da, allerdings hielt sie sich in Grenzen, wussten wir um die Ernsthaftigkeit des Abstiegs. So machten wir uns relativ bald wieder an den Abstieg, genossen die Ausblick auf Finsteraarhorn, Lauteraarhorn, Eiger, Mönch und Co. Trotz Juli war an warme Temperaturen am Schreckhorn nicht zu denken; es war sehr frisch und eine zügige Bise sorgte zwar für schönes, aber entsprechend windiges Wetter.

Leider hat uns beim nächtlichen, verbalen Ausrutscher das Tempo verlassen und so verwunderte es nicht, dass wir vom Bergschrund auf den Gipfel und zurück stolze 12h brauchten. Abends nach knapp 18 kamen wir erschöpft und glücklich in der Hütte an. Schreck-Hans war immer noch auf unserer Seite und servierte uns trotz unserer Verspätung ein Abendessen.
Wir waren glücklich, den Hüttenwart auf unserer Seite zu wissen, auch wenn wir sein Angebot, in seinen mit Gletscherwasser gefüllten (Kinder-)Pool, den er extra für seine Gäste hergerichtet hat, zu springen, ausschlugen.

Schöner Hüttenzustieg. Rechts im Bild die Abbruchsstelle vom Vorsomme, als am Eiger eine Felsnadel abbrach. Die Trümmer liegen nun in der Schlucht.

Berghaus Bäregg


Finsteraarhorn im morgendlichen Glanz

Steigeisen und Eispickel kamen zum Handkuss


Blick gegen Südwesten. Wer gut schaut, findet sogar das "Horu"!

Lauteraarhorn im Süden


Eigersüdseite im Hintergrund mit Mittellegigrat

Aufsteigsroute: Startend praktisch senkrecht unterhalb des Gipfels, schräges Band nach oben links auf die Schulter, dann praktisch Grat entlang folgend. Abstiegsroute: Identisch.

Bie beiden "Schreckhornaugen", Blick von Norden