Sonntag, 28. Oktober 2012

Nepal Part 1: Vom Winde verweht...

Es hat nicht sollen sein... Gestrandet in Nepal. So sehen Ferien aus: 28.09. - 15.10.2012

Mera Peak 6500 müm war das Ziel, Aufstieg zu Fuss (logo...), Abfahrt mit Ski. Das war der Plan. Dieser Plan war saumässig gut, fand ich. Dieses Gefühl wurde bestätigt durch das Dynafitteam, das, ich wusste es vorher nicht, genau denselben Plan hatte wie ich. Sie zogen jedoch ca. drei Wochen an den Mera Peak.

Die Geschichte schreibt, dass sie den Mera Peak erfolgreich bestiegen und die Abfahrt mit den Skis in (be)rauschendem Powder ebenfalls erfolgreich bewältigten. Dieses Unterfangen blieb mir leider verwehrt. Die Story zu diesem Dilemma ist schnell erzählt:

In Kathmandu angekommen, musste ich zuerst drei Tage ausharren, um jeden Tag zu erfahren, dass der Zielflughafen Lukla, weiterhin gesperrt bleibt. Wind und Regenwetter verunmöglichten ein Starten und landen in Lukla (Lukla ist bekannt als Ausgangspunkt jeder Expedition mit Ziel Mount Everest Südanstieg).
Der Flughafen in Lukla hat eine Start- und Landebahn, die senkrecht zum Talverlauf und zudem geneigt steht und somit beim Anflug als auch beim Start ein 90°-Flugmanöver bedarf. Am Tag vor meiner Ankunft in Kathmandu ist ein Flieger, der in Lukla hätte landen sollen, kurz nach dem Start in Kathmandu abgestürzt und alle darin befindlichen Personen verloren ihr Leben. Nach diesem Crash wollte man offenbar gar nichts mehr riskieren und so entschied man sich zu insgesamt 5 Tagen fliegerische Ruhephase in Lukla.
Somit strandeten nicht nur viele Personen in Kathmandu, sondern auch diverse Trekker und Bergsteiger blieben in Lukla hängen und konnten während insgesamt 5 Tagen diesen Ort, der einer der gefährlichsten Flughafen der Welt beherbergen soll, verlassen. Ich konnte mir immerhin den Bauch mit allerlei Köstlichkeiten wie Gebratener Reis, unzählige Curry - Varianten etc. vollschlagen. Aber die anderen in Lukla? Kann man nur hoffen, dass sie einander wenigstens noch genügend zu erzählen hatten und einander nicht auf den Wecker gingen.

Zurück zur Story. Ja, so kam es also, dass meine drei Reservetage, die ich für den Mera Peak in weiser Voraussicht eingeplant hatte, bereits vor dem eigentlichen Start in Lukla bereits aufgebraucht waren. So habe ich mich entsprechend mit meinem nepalisischen Bergführer-Aspiranten, der, wie er mir nicht ohne Stolz berichtete, nach dem Schweizer Ausbildungssystem für Bergführer unterrichtet wurde, abgesprochen und wir änderten den Plan. Den Mera Peak musste ich vergessen, ehe die Reise richtig begonnen hatte. Aber ich kam nicht nach Nepal, um tagelang in Kathmandu festzusitzen. Die Hauptstadt hat zwar schon ihre Reize. Aber nach drei Tagen wollte ich nur raus in die Bergwelt - darum kam ich hier her!

Singu Chuli (sprich: Singa Tsuli) 6501müm war unser neues, anspruchsvolles Ziel. Die Annapurnaregion musste halten, was sie versprach...! Eine Story dazu gibts im nächsten Bericht, der in den nächsten Tagen folgen wird.


So würde der Flughafen Lukla aussehen, "Guugl" in exzelsis :D