Hinfahrt:
Allerdings hatte es schon die Hinfahrt mehr als in sich und weckte das volle Rallye-Verständnis des Fahrers aufs Äusserste! Die Liechtensteiner sind offenbar Weltklasse im Geld horten, von Strassenreinigung scheinen sie nicht wirklich den Plan zu haben. Jedenfalls waren die Strassen ab Triesenberg dermassen schmierig, dass an ein Vorwärtskommen mit normalem PW in leicht aufwärts geneigtem Gelände nicht zu denken war.
Nach einigen erfolglosen Versuchen musste es der "Rallyegang" richten. "R" eingelegt, Strassenseite gewechselt, Auto gewendet, aufwärts gehts im Rallyegang! Es ging mehr oder minder, mal gar nicht, mal wieder besser. Irgendwann haben wirs dann doch geschafft und den bisher wohl generell recht unbekannten Ice-Tower in Malbun von nächster Nähe gesehen.
Verhältnisse:
Unglücklicherweise hats am Tower mehr als nur getropft: Ständiger Regen, um nicht zu sagen Rinnsal, hat uns begleitet. Dazu noch ein fieser Wind. Nach 20sek platschnass, dann abwechselnd festgeklebt am Eis... Leider waren die Temperaturen deutlich unter Null: Minus 10.5 Grad zeigte das Messgerät am PW an und auch das Eis liess keine Fehlinterpretation zu: Es splitterte und kam runter, was nur halbwegs mit den Eisgeräten berührt wurde. Die Gesichter wurden immer kälter und meiner österreichischen Begleiterin fiel das Plaudern immer schwerer ;)
Hard stuff:
Leider war so ein langes Blockieren mit den anderen Arm unausweichlich und durch das mehrmalige Nachschlagen schwand die Kraft schneller als der Schnee im Rheintal bei Föhn. Diverse sehr fragile und freihängende Stalagtiten wachsen gegen den Boden und sind zum Klettern nur mässig zu gebrauchen. Es braucht einen Moment, bis sie sich mit den untenstehenden Eispartien verbinden, damit sie stabilg werden. Im Moment gibts nur wenige Möglichkeiten, wirklich sinnvoll zu klettern. Allen Schwierigkeiten zum trotz schlug sich Patricia weitaus besser als ich, der noch das Kletterprogramm vom Vorabend in den (Unter-)Armen spürte.
Patricia muss sich wohl noch eine Ausrede ausdenken, da sie sich ein Feilchen von der heutigen Partie zugezogen hatte. Mal schauen, was Harry dazu meint... ich wars jedenfalls nicht. Sicher nicht!
Wichtig:
- Eine überhängende Drytoolingwand ist jederzeit kletterbar und vom Dauerregen recht gut geschützt.
- An den Eispartien als auch der Drytoolingwand ist ein Toprope eingerichtet. Abends kann der Tower sogar beleuchtet werden. Es kann somit im Moment jederzeit geklettert werden.
- Der Tower ist frei zugänglich und wird vom Liechtensteinischen Alpenverein unterhalten. Zuwendungen in der Spendenbox sind sicherlich gerne gesehen!
Einziger Negativpunkt: Es kann nur senkrecht und nicht geneigt geklettert werden. Somit für den Anfänger meines Erachtens nur mässig geeignet. Ansonsten eine tolle Sache!
Petra Wille und dem Team vom Ice-Tower sei ein grosser Dank ausgerichtet! Toll, was ihr hier leistet und zur Verfügung stellt!
Gesicht wieder mal auftauen

