Donnerstag, 17. Januar 2013

Eisklettern Malbun Ice-Tower

Heute gings mit Patricia ins Eis nach Malbun FL an die Talstation Täli zum Ice-Tower.

Hinfahrt:
Allerdings hatte es schon die Hinfahrt mehr als in sich und weckte das volle Rallye-Verständnis des Fahrers aufs Äusserste! Die Liechtensteiner sind offenbar Weltklasse im Geld horten, von Strassenreinigung scheinen sie nicht wirklich den Plan zu haben. Jedenfalls waren die Strassen ab Triesenberg dermassen schmierig, dass an ein Vorwärtskommen mit normalem PW in leicht aufwärts geneigtem Gelände nicht zu denken war.

Nach einigen erfolglosen Versuchen musste es der "Rallyegang" richten. "R" eingelegt, Strassenseite gewechselt, Auto gewendet, aufwärts gehts im Rallyegang! Es ging mehr oder minder, mal gar nicht, mal wieder besser. Irgendwann haben wirs dann doch geschafft und den bisher wohl generell recht unbekannten Ice-Tower in Malbun von nächster Nähe gesehen.


Verhältnisse:
Unglücklicherweise hats am Tower mehr als nur getropft: Ständiger Regen, um nicht zu sagen Rinnsal, hat uns begleitet. Dazu noch ein fieser Wind. Nach 20sek platschnass, dann abwechselnd festgeklebt am Eis... Leider waren die Temperaturen deutlich unter Null: Minus 10.5 Grad zeigte das Messgerät am PW an und auch das Eis liess keine Fehlinterpretation zu: Es splitterte und kam runter, was nur halbwegs mit den Eisgeräten berührt wurde. Die Gesichter wurden immer kälter und meiner österreichischen Begleiterin fiel das Plaudern immer schwerer ;)


Hard stuff:
Leider war so ein langes Blockieren mit den anderen Arm unausweichlich und durch das mehrmalige Nachschlagen schwand die Kraft schneller als der Schnee im Rheintal bei Föhn. Diverse sehr fragile und freihängende Stalagtiten wachsen gegen den Boden und sind zum Klettern nur mässig zu gebrauchen. Es braucht einen Moment, bis sie sich mit den untenstehenden Eispartien verbinden, damit sie stabilg werden. Im Moment gibts nur wenige Möglichkeiten, wirklich sinnvoll zu klettern. Allen Schwierigkeiten zum trotz schlug sich Patricia weitaus besser als ich, der noch das Kletterprogramm vom Vorabend in den (Unter-)Armen spürte.

Patricia muss sich wohl noch eine Ausrede ausdenken, da sie sich ein Feilchen von der heutigen Partie zugezogen hatte. Mal schauen, was Harry dazu meint... ich wars jedenfalls nicht. Sicher nicht!

Wichtig:
  • Eine überhängende Drytoolingwand ist jederzeit kletterbar und vom Dauerregen recht gut geschützt.
  • An den Eispartien als auch der Drytoolingwand ist ein Toprope eingerichtet. Abends kann der Tower sogar beleuchtet werden. Es kann somit im Moment jederzeit geklettert werden. 
  • Der Tower ist frei zugänglich und wird vom Liechtensteinischen Alpenverein unterhalten. Zuwendungen in der Spendenbox sind sicherlich gerne gesehen!

Einziger Negativpunkt: Es kann nur senkrecht und nicht geneigt geklettert werden. Somit für den Anfänger meines Erachtens nur mässig geeignet. Ansonsten eine tolle Sache!



Petra Wille und dem Team vom Ice-Tower sei ein grosser Dank ausgerichtet! Toll, was ihr hier leistet und zur Verfügung stellt!






Gesicht wieder mal auftauen
 

Eisklettern Avers Cresta

Heute Sonntag war Eisklettern angesagt. Das Avers solls wieder mal richten...!

Die Temperaturen waren nicht allzu weit unter dem Gefrierpunkt, was für die Eisqualität gut ist. Das Eis war mässig spröd, dennoch gabs die eine oder andere grössere Schuppe, die meistens den Umweg über den eigenen Körper suchte, bevor sie runterdonnerte und am Boden mit einem satten Knall aufschlug.

In Cresta am Bach ist das Eis von schöner Mächtigkeit, auch am Brückenpfeiler und anderen Eisfällen kann gut geklettert werden. Spezielle Beachtung gilt sinkenden Temperaturen, die das bereits leicht spröde Eis noch spröder werden lassen.
Diverse Fälle sind leider vom Wasser unterspühlt. Somit ist eine defensivere Routenwahl und gemächlicherer Pickeleinsatz nicht gerade falsch.

Das Eis am Thron sah lecker aus, jedoch war niemand in der Route drin. In Campsut gibts die üblichen Verdächtigen, die nach wie vor unterhalb des grossen Eiszapfens von mindestens 4m Länge klettern. Ich frage mich immer wieder, wie nicht nur Eiskletterer sondern auch ganze Kurse immer wieder an dieser bekannterweise sehr gefährlichen Stelle rumturnen. Praktisch jedes Jahr wird hier leider ein tödlicher Unfall verzeichnet. Und dennoch scheint es irgendwie so zu sein, dass jede Person das in den Hintergrund drängt. Kaum zu glauben, dabei gibts im Avers mehr als genug Eis, auch für Kurse. Allerdings muss man dann vielleicht 10-20min länger zusteigen. Ich sehe das Problem nicht. Wer zu faul ist, nach der langen Autofahrt von woher-auch-immer ins Avers ein paar Meter mehr zu laufen, sollte doch den Tag in der warmen Hütte daheim verbringen...

Man beachte das Wildschutzgebiet linkerhand vom Thron! Wer sich nicht um ein paar helvetische Fränkli bringen will, lasse es lieber sein ...

A propos Einzonung:
Diese Einzonung wage ich stark in Frage zu stellen! Nicht aus fehlendem Verständnis gegenüber dem Wildschutz (nein, ich bin klar für den Wildschutz!!!), aber praktisch jedes Jahr stirbt jemand in Campsut, niemand investiert in ein System um den stets nachwachsenden und saumässig gefährlichen Zapfen zu entschärfen, aber eine Wildruhezone wird in einem Gebiet erstellt, wo sich kaum Wild aufhalten kann, weil es absolut steil ist (Felsen!) und somit auch kein Futter bietet. Und nein, Wildvögel brüten dort im Winter auch keine ...Gibts wirklich keine anderen Probleme dort hinten als diese Ruhezone...?

Mein Dank gilt Fredi und Pirmin, danke euch beiden!

Pirmin an der ersten Seillänge rauf zur Kirche Cresta.

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