Dienstag, 4. September 2012

Und am Ende siegt das Herz...

Nach langem Zögern hatte ich mich nun doch entschieden. Die Faszination liess mich nicht mehr los, die Zweifel, ob ich schon bereit dafür bin, jedoch auch nicht. Schlussendlich hat das Herz entschieden und am 15. September 2012 ists bereits soweit. Ein grosses Abenteuer steht mir bevor, das zeitlich jedoch begrenzt ist und auch ansonsten seine Grenzen und Gesetzmässigkeiten stellt. Ob ich dazu wirklich bereit bin, wird sich zeigen.. unweigerlich, ohne Rücksicht, gnadenlos.

Über 6500 Höhenmeter gedenke ich zu bewältigen, d.h. einmal rauf, einmal runter. Jedoch nicht an einem Stück, sondern immer schön verteilt: Mal rauf, mal runter, mal wieder rauf, mal runter .... und so weiter. Bis ich 6500HM rauf und 6500 HM runter absolviert habe. Aber alles am Stück, ohne Erholungspausen oder dergleichen. Am Ende bin ich erst, wenn mich die Kräfte verlassen, mein Körper streikt, die Psyche blockt, die Uhr abgelaufen ist oder die Strecke zu Ende ist. 80km sind geboten, zu Fuss und (ausser Teleskopstöcke) ohne irgendwelche Fortbewegungshilfsmittel. Schlafen will ich nicht, ich will ins Ziel. Ich gebe mir 26h Zeit, eine laufende "Nachtschicht" wird also auch bewältigt. Bisher kenne ich das Laufen im Dunkeln nur vom Bergsteigen. Dann jedoch auch nie alleine. Dieses Mal wird alles anders... Ich muss mich darauf einstellen, die grösste Zeit der Nacht alleine zu sein. Hat sich nicht letzthin ein Wolf hier in die Gegend verirrt? ... ich lasse diesen Gedanken besser wieder los und freue mich auf die Dunkelheit. Je früher ich mich damit anfreude, desto besser.

Die Uhr tickt, mein Herz kommt ins Rasen, wenn ich nur schon daran denke: Freude, Abenteuerlust, Faszination und euch ein bisschen Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor dieser Mordsangelegenheit schwingen stets mit.
Ich bin mir völlig im Klaren, dass diese Tour eine TorTOUR darstellt. Ich bin mir auch völlig bewusst, dass meine Grenzen gesetzt sind und ich diese überschreiten muss, wenn ich hier wirklich finishen will. Ich muss meine mentale Stärke also voll ausspielen und noch einen Schritt weiter gehen. Ich ich ich, immer ich. Ja, so ist es in diesem Fall leider. Am Schluss bin ich es, der leidet, der beissen muss, der immer wieder über die Sinnhaftigkeit dieses Wettkampfs sinniert, der laufen und kämpfen muss etc. Unterstützung gibts nur in Form von einigen wenigen Verpflegungsposten. Den grossen Rest muss ich selber bewältigen.

Mehr Infos - und weitere Startplätze, auch für kürzere Distanzen :)  - gibts hier: Sardona Ultratrail

Run on!