Montag, 11. März 2013

Hoch Ducan Stapfetenstrasse: Damn Hot Ice!

Samstag war nicht sonderbar gutes Wetter vorausgesagt. Der Föhn hatte zudem alles Eis in mittelhohen und niedrig gelegenen Tälern zunichte gemacht. Dennoch wollten Pirmin und ich ins Eis!

Unsere Freunde von gravityline.ch rieten uns, mal den Hoch Ducan anzuschauen. Drei Tage später klingelte der Wecker nach nicht mal einer Hand voll Schlafstunden um 3.30 Uhr, draussen regnete es und die Temperaturanzeige lag deutlich im positiven Temperaturbereich. Na prima, das beginnt ja gut ... Badehosen hatten wir nicht eingepackt ...

Nach einer Fahrt im Dunkeln bis ins Sertig Dörfli zogen wir um 06.15 mit grossem Rucksack und allerlei Material mit unseren Tourenskis los. Die Stirnlampen leuchteten uns den Weg. 2h dauerte der Zustieg der Erstbegeher im November 2011. Der Schnee war bei uns aber dermassen aufgeweicht und 'faul', dass wir mit 3.5h richtiggehend zufrieden sein konnten. Eigentlich war die Idee ja, nicht erst wie die Erstbesteiger um 11 Uhr am Einstieg zu sein. Davon waren wir aber nur noch 1.15h entfernt, obwohl wir deutlich früher gestartet sind. Und wirklich erholt waren wir auch nicht. Das kann ja heiter werden ...

Schnurstracks die ersten Seillängen in hüfttiefem Schnee und steilem Gelände (45°) hochgestapft - einen Schritt vor, zwei zurück. So fühlte es sich an. Irgendwann erreichten wir aber dann doch die spassigeren Stellen und Pirmin übernahm den Lead. Der Thron-Besteiger zeigte sich nicht nur in der Kletterhalle in einer bestechenden Form und mir bleibt im positiven Sinn nur eine grosse Freude, mit Pirmin unterwegs zu sein. Für ihn wars trotz Vorsteigen recht locker, für mich hinterher ein Genuss - wobei ich doch sehr wohl war mit meiner Rolle des "Gell nimmsch denn no t'Schruuba usa". Mein Kamerad mit der schönen Muttersprache kletterte Meter um Meter im vom Schnee aufgelockerten, leicht luftigen und immer wieder leicht spröden Eis, das sich dennoch als erstaunlich griffig präsentierte. Es waren zwar nicht gerade die perfekten Eisverhältnisse - es war ja auch eine richtige Winterbegehung - aber allemal mehr als gut genug.

Nach 2.5h und 250hm weiter oben beglückwünschten wir uns und freuten uns über diesen geilen Tag, der nicht im Wetter sondern in der Art der Tour unseren persönlichen Höhepunkt fand. Da war es wieder, dieses Grinsen, das einige Tage wieder nicht weggeht. Nun denn, dann tragen wir halt dieses Grinsen Gassi und lassen andere nur erahnen, dass man auch an solchen Tagen mit schlechtem Schnee unterhalb von 2500m und schlechtem Wetter richtig heisse Touren unternehmen kann - wenn man bereit ist, am Morgen sehr früh aufzustehen.

Primin, grazia vetg ina autra gada!

Ich verzichte hier auf eine ausführliche Tourenbeschreibung und verweise stattdessen auf den Bericht des Erstbesteigers Marcel Dettling, der hier ein wahres Bijoux entdeckt hat! Marcel, you found some damn hot ice! Vielen Dank!
Link zu Marcel Dettlings Blog Stapfetenstrasse.







Abendtour Pizol: Geisplattä-Kari

An diesem Tag Ende Februar unternahmen Patrizia und ich eine gemütliche Tour, in der Hoffnung, die lang ersehnte steile Abfahrt unterhalb der Grauen Hörner nach Gaffia hinter uns zu bringen.

Zügig kamen wir voran, nachdem wir in der Furt aus dem Bähnli gestiegen sind. Eine auffälig stark ausgetretene Spur zog unsere Aufmerksamkeit auf sich und so folgen wir treu dieser Spur - bis wir an einem kleinen Häuschen ankamen, wo ein netter rüstiger Renter sich sonnte und uns zulächelte...
Geissplattä-Kari lud uns spontan zum Kaffee ein und wir merkten, hier gibts kein Entrinnen...

viele Geschichte und zahlreiche Minuten später war unsere Zeitplanung definitiv dahin und wir mussten dafür mit einer anderen Abfahrt als gewünscht Vorlieb nehmen - diese tolle Begegnung war aber sehr nett und freundlich, weshalb und dies nicht sonderlich schwer viel.

Interessanterweise hat sich bei mir erst am Schluss seiner zahlreichen Geschichten der Kreis geschlossen:
Drei Wochen vor diesem Treffen war ich mit einer Schülerinnengruppe am Skitag auf dem Pizol. Nach einer heiteren und langen Fahrt durch die Buschwelten des Pizols warteten meine Girls auf mich und meine Nachzüglerin. Ich habe damals einen Mann gesehen, der sich mit meinen Girls unterhielt. Er steckte ihnen 30.- zu, damit sie etwas trinken gehen könnten .. just an diesem Tag kam diese Geschichte wieder aufs Tapet und mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Dieser grosszügige Mann von damals war ebendieser, der hier vor mir stand! Geissplattä-Kari!

Ich komme wieder Geissplattä-Kari, mit aktuellen News vom Tal in Papierform und einen anständigen Gastgeschenk. Dieses Mal kam ich mit leeren Händen, wie hätte ich mich auch auf einen Besuch vorbereiten können, ich wusste ja nicht mal, dass da oben ein Häuschen existiert.

Wer diesen tollen Fleck mit fantastischer Aussicht auf das SG- und GR-Rheintal erleben möchte, darf sich gerne bei mir melden. Ich übernehme die Touristentour gerne, zu jeder Jahreszeit :D







Sonntag, 17. Februar 2013

Freeridetouren im Paradies!

3 Tage im Paradies sollten es werden ...

was vielversprechend mit dem Wetterbericht begann, mauserte sich zu einem Trip, der 3 Tage lang das Herz nicht mehr unter 150bpm klopfen lassen sollte...

Die Region um die Jenatschhütte war das auserkorene Ziel für die folgenden 3 Tage. Der Hüttenwart Fridli hatte uns den Tipp gegeben, von unserem Plan Piz Calderas abzukommen und uns für die Nordostabfahrt vom Piz Surgonda zu entscheiden. Dort waren wir wie unser Powderguide prophezeite alleine und hatten feinsten Powder ohne Ende...

Am dritten Tag gabs eine rassige Abfahrt durch die steilen Hänge eines hier nicht weiter genannten Gipfels... alleine die Bilder müssen ausreichen für allfällige Interessierte... Buchungen werden bei mir jederzeit gerne entgegen genommen und können in Biereinheiten bezahlt werden ... ;)

Vielen Dank Patricia für die tollen Tage! Bilder gibts unten und hier:
http://www.gesundes-wandern.com/blog

Geheimtipp: Die Chamanna Jenatsch verfügt nicht nur über einen lebendigen Powderguide namens Fridli, sondern auch über eine exzellente Küche und sehr viel Charme und ein tolles Hüttenwartsteam. Ein Besuch ist sehr lohnenswert. Ich komme wieder, keine Frage...!

Mehr gibts sonst nicht zu sagen, die Bilder sprechen für sich... Verdammt, ich kriege dieses Grinsen wieder nicht aus dem Gesicht...! :)


Rock hard but smart!

 Nach getaner "Arbeit" :)



  
Drop-in



 Unsere Abfahrt die schräge Rampe abwärts, zwischen dem schneebedeckten und felsigen Gipfel gings runter.








Chamanna Jenatsch in der Bildmitte, ein idealer Standort. Ein Besuch ist mehr als ein Geheimtipp...! 






Montag, 11. Februar 2013

Skitour Piz Lagalp

Der Winter meinte es zu gut mit uns: -30° über Nacht auf dem Berninapass, das Auto streikte. Kalt ist ja schon ok, aber gerade so? Schliesslich wollten wir das frisch verschneite Bivio unsicher machen! Nun denn, so zogen wir erst mal los und suchten uns in der Region Berninapass unseren Spass - gesucht gefunden!

Wir wurden fündig in diversen Mulden und südorientierten Hängen am Piz Lagalb. Der Aufstieg war nur kurz, dafür entdeckten wir bereits beim Hochlaufen einige interessante Stellen. Diese  "kundschafteten" wir genüsslich mit einer Abfahrt aus; ein breiter und jungfräulicher Hang sprach uns an und wir konnten uns nicht mehr zurückhalten.
Kurzer Blick, kurzes Antesten, abschätzen, austauschen und ab geht die Post: Wir shreddeten den Hang voller Genuss und liessen es uns im oben leicht gedeckelten, ansonsten fetten Powderhang mit dem Flow treiben.
Auch der Rest der Abfahrt konnte sich durchaus auch sehen lassen, wenn man jeweils den weniger abgeblasenen Stellen und Mulden folgt. Ansonsten hat der Wind hier oben ganze Arbeit geleistet. Tja, die schneereichen Wochen auf der Alpennordseite haben am Alpenhauptkamm seine deutlichen Spuren hinterlassen. Hier wirkt der Wind fast dauernd. Mittlerweile könnte es gut wieder ein bisschen Powder vertragen.

Mit Patricia und Harry unterwegs in den südexponierten Hängen des Piz Lagalp; man beachte besonders Harrys Gesichtsausdruck auf einem der letzten Bilder dieser Reihe. Das sagt eigentlich schon alles ...















 




Eisklettern Pontresina Schlucht

Im Norden Dauerschneefall - fantastisch! Aber für Unternehmungen in den Bergen doch zu riskant. Daher entschlossen wir (Patricia, Harry, meine Wenigkeit) uns, in den Süden nach Pontresina zu fahren.
Einmal durch den Vereina, talaufwärts nach Pontresina.

Die Schlucht bietet toprope-Klettereien inkl. Mixed in fast allen Schwierigkeitsbereichen; Ab geschätzten WII 4 gibts alles, was das Eiskletterherz begehrt.

Bei -15° Celsius wars eine sehr kalte und ziemlich spröde Angelegenheit; das Eis zerschellte in alle Richtungen, die Arme wurden sehr rasch hart wie Beton vom langen Blockieren und mehrmaligen Schlagen. Aber es war richtig "cool"!

Fazit:
1. Genial, was Gian Luck (govertical.ch) und seine Jungs und vielen Helfer hier auf die Beine gestellt haben!
2. Wer ein paar richtig wilde Kerle sehen will, fahre nach Pontresina in die Schlucht und warte, bis die einheimischen Bergführer sich hier austoben...

Und hier noch ein paar Shots: